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Laden-Gedan in der Rotunde des Künstlerverein
Malkasten
Joung-en Huh / Birgit Jensen
LIFT
12.01. – 21.02.2010
Seit
2007 laden Joung-en Huh und Birgit Jensen junge Künstler
zu Ausstellungen in die Rotunde des Malkastens ein. Das Konzept sieht
vor, dass sich die künstlerischen Arbeiten auf die räumliche
Situation des Foyers beziehen (eine ausführliche Bilddokumentation
findet sich unter www.laden-kunst.info). Den Schlusspunkt der
Reihe "Laden-Gedan in der Rotunde des Künstlerverein Malkasten"
bildet die Ausstellung „Lift“ von Joung-en
Huh und Birgit Jensen: der symbolische Einbau eines Aufzugs
in das Treppenhaus.
Auf dem Fußboden im Treppenauge steht die silberne Kabine von
Joung-en Huh. Ihre Position ist wie der Zeiger einer Uhr innerhalb
des Kreises, den die Rotunde vorgibt. Das Innere ist sichtbar durch
eine Scheibe an der Schmalseite des Objekts, die auf den Mittelpunkt
des Treppenhauses gerichtet ist. Man blickt durch das Fenster in einen
engen aseptischen Raum ohne Ein- oder Ausgang. Eine Leuchtstoffröhre
beleuchtet das mit PVC-Fußbodenmaterial bezogene Innere. Athmosphärisch
erinnert der „Lift“ an den Aufzug in David Lynchs´ Film „Eraserhead“,
der den schüchternen Drucker Henry Spencer in eine surreale Welt
entführt. Die Offenheit und Transparenz der Architektur der Rotunde
verstärkt den klaustrophobischen Eindruck. Der Betrachter wird
zum Voyeur.
Die Wandbemalung von Birgit Jensen dagegen bezieht das Publikum
durch die Benutzung der Treppe mit ein. Zwei großflächige
cyanfarbene Dreiecke gegenüber des Einganges dominieren
den Raum. Von weitem gesehen formen sie ein auf einer Ecke
stehendes Quadrat, das durch den
Geschoßboden der oberen Etage horizontal durchtrennt wird.
Zwischen Vitrine und Restaurant-Eingang befinden sich zwei schwarze
und auf
der gegenüberliegenden Wand zwei gelbe Dreiecke. Auf den Fensterscheiben
rechts und links des Eingangs kleben als Folien zwei kleine, magentafarbene
Quadrate. Birgit Jensen verwendet Farbtöne, die an die genormte
Euro-Palette CMYK erinnern. Mit dem Hinweis auf einen für
Reproduktionen notwendigen Abstraktionsprozess spielt sie auf die
Koexistenz von Realität
und technischer Reproduktion an bzw. auf Bild und Abbild. Gleichzeitig
lassen die Dreiecke und Vierecke an die Funktionen eines Aufzugs
denken. Sie können als Richtungspfeile eines imaginären
Bedienfeldes gelesen werden, das von der engen Aufzugkabine nach
außen projiziert
wurde.
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